Der Werkzeug- & Material-Ansatz
Wir haben mit dem Werkzeug- & Material-Ansatz (WAM) einen der wenigen eigenständigen europäischen Beiträge zur objektorientierten Methodik geleistet und vielfach industriell erprobt. Der WAM-Ansatz ist eine Methode der Software-Entwicklung, die auf Anwendungsorientierung und hohe Gebrauchsqualität ausgerichtet ist. Seine verständlichen Analysedokumente, Leitbilder, Arbeitsplatztypen, sowie Architektur-Richtlinien unterstützen die Entwicklungsteams bei iterativen, agilen Software-Projekten mit Prototyping und der Analyse von Geschäftsprozessen.
Der WAM-Ansatz stützt sich auf Erkenntnisse aus der Arbeitspsychologie und Soziologie: In Fabriken und Handwerksbetrieben bearbeiten Menschen Materialien mit geeigneten Werkzeugen. Dieses Bild lässt sich auf computergestützte Arbeit übertragen.
Software-Materialien
Software-Materialien sind Gegenstände, die ein Anwender im Rahmen einer Aufgabe mit einem Software-Werkzeug bearbeitet und aus denen seine Arbeitsergebnisse bestehen. Viele Eigenschaften von konkreten fachlichen Gegenständen, wie beispielsweise Verträgen, Formularen, Bankkonten oder Plänen, lassen sich sinnvoll auf Software-Materialien übertragen.
Software-Werkzeuge
Software-Werkzeuge ermöglichen dem Anwender, zügig und flexibel Software-Materialien zu bearbeiten: Sie nehmen ihm lästige Routinetätigkeiten ab, indem der Benutzer einen Prozess nur noch anstößt, den die Software anschließend ausführt. Weil sich die Bedienung eines Computers jedoch grundlegend von der Bedienung manueller Werkzeuge unterscheidet, ist es notwendig, das hinter dem manuellen Werkzeug stehende Konzept von Arbeit zu erkennen. Eine direkte Abbildung (manueller) Werkzeuge in Software ist - im Gegensatz zu Materialien - daher selten sinnvoll.
Beide Bücher dienen als Grundlage für die Konstruktion interaktiver Anwendungs-systeme (nicht nur) nach dem WAM-Ansatz. Heinz Züllighoven und seine Mitautoren diskutieren in beiden WAM-Bücher vielmehr umfassend die Probleme, die bei der Entwicklung anwendungsorientierter, flexibler Softwaresysteme entstehen.



